Katrin von Egidy

Assemblagen & Objekte

Kategorie: Texte

Über eine (Er)Finderin

Karin Weber – Kunstwissenschaftlerin:

„Bilder, nicht Abbilder dehnen das Bewußtsein, weiten den Blick in unbekannte Räume.“ Woldemar Winkler

(1902-2004) Katrin von Egidy ist eine Finderin, die eine Erfinderin ist, eine Zauberin, die ihr magisches Handwerk beherrscht, eine Spielerin, die der Dramaturgie ihrer inneren Geschichten mit Vergnügen folgt. Wie eine Traumtänzerin, allerdings mit logischer Konsequenz, bewegt sie sich in den Bildwelten, die sie selbst erschaffen hat. Alles begann, als sie eine kleine filigrane Stickschere geschenkt bekam. Sie erinnerte sich daran, dass sie als Kind mit großem Interesse die Zigarrrenalben ihres Großvaters durchgeblättert und die Bilder Alter Meister von der Renaissance bis zum Barock verinnerlicht hatte. Es war immer ein männlicher Blick auf die Frau, als Muse, Geliebte, Verführerin oder rätselhafte
Prophetin, den sie erkannte. Aus Kunstpostkarten begann Katrin von Egidy die gemalten Frauen auszuschneiden, um sie aus ihrer zugewiesenen Rolle zu befreien und einer neuen Szenerie zuzuordnen. „Es ging den Frauen danach besser“, sagte sie mir schmunzelnd während eines Atelierbesuches.

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„Ja, das ist Kunst“, über Katrin von Egidy

Andrea Dreher – Kunsthistorikerin:

Das Werk des vor 100 Jahren geborenen Universalkünstlers Joseph Beuys wird Republik weit im Jahr 2021 in vielen Ausstellungen und Publikationen gefeiert. Beuys war Künstler, Sozialphilosoph, Politiker, Anthroposoph und Lehrer, er performte und redete, er inszenierte und polarisierte. Fakt ist, dass aufgeklärte Gesellschaften Künstler wie Beuys brauchen, charismatische Menschen also, die wachrütteln und die dabei zugleich viele Menschen erreichen. „Die Freiheit ist das Anwachsen des menschlichen Bewusstseins“ lautet eines der vielen klugen Statements des Krefelder Künstlers Joseph Beuys.

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